Es war wie früher, als über 20 der damaligen Abiturientinnen sich in der Sophie zum Jubiläum ihres 55jährigen Abiturs getroffen haben: Wiedersehensfreude, innige Umarmungen und ganz viel Redebedarf. Für einige war es seit 55 Jahren das erste Mal, dass sie wieder zu ihrer alten Schule gekommen sind. Viele wohnen seit Jahren gar nicht mehr in Hamburg. Für Renate Siebenhaar war das natürlich ein Heimspiel – sie war lange Jahre lang Kollegin für Mathematik und Physik an der Sophie-Barat-Schule.
Ein Rundgang durch die Schule offenbart, wie sehr sich der Unterrichtsalltag im Laufe der Zeit verändert hat. „Was ist denn der Sportkäfig?“ möchte eine Ehemalige wissen. „Warum wurde der schöne Backstein des Warburgstraßengebäudes verdeckt?“ „Gibt es noch die alte Turnhalle?“
Viele der ehemaligen Schülerinnen (damals war die Sophie-Barat-Schule noch eine reine Mädchenschule) denken gern an ihre Schulzeit zurück, einige sind nachdenklich und wundern sich, wie der manchmal raue Ton, den manche Lehrerinnen und Lehrer anschlugen mit der Spiritualität der Schwestern noch immer nachwirkt. Einige wurden von ihren Eltern einfach dorthin geschickt, sind aber bis heute dankbar für diese Entscheidung. Besonders im Gedächtnis geblieben sind neben den großen Buchen auf dem früher viel größeren Schulhof offenbar die Lehrerinnen Frau Braisch (Latein), Mutter Heesch (Mathematik und Philosophie-AG), Frau Neumann, Frau Pfuff, Herr Harms, Frau Hinrichs und Mutter Helfrich. Das Engagement der Sophie-Lehrerinnen und -Lehrer für politisches Engagement, gelebte „Gleichberechtigung“ und den großen Wert auf intellektuelle Leistungen schätzen einige als großes Plus beim damaligen Kollegium ein. „Weiter so: Toleranz, Offenheit und Friede“ ist ein Wunsch ans aktuelle Kollegium und „ideologiekritisch bleiben – in jede Richtung!“
Und den heutigen Schülerinnen und Schülern wünschen die Jubilarinnen: „Nutzt diese großartige Chance!“ und „Lasst euch nicht verunsichern!“
Sonja Walter

