Kategorie-Archiv: Sophie-Barat-Chor

There is a castle on a cloud – ein virtuelles „Chorkonzert“

Diese Woche wären wir mit 80 Chormitgliedern nach Barcelona gereist, um die Sacre-Coeur-Schule Sagrad Cor Sarria  zu besuchen. Genau heute wäre der Abreisetag gewesen. Wir hätten Freundschaften geschlossen, Freundschaften vertieft und Prägendes erlebt: am Strand, in der berühmten Kathedrale Sagrada Familia, in der Sacre-Coeur Schule Sagrad Cor Sarria.  Wir hätten am Sonntag in der Kathedrale Santa Maria Del Mar , der schönsten Kirche Barcelonas mit Seeblick – singen dürfen.  … Stattdessen haben wir nun virtuell zusammen musiziert:

Unser (erstes) virtuelles Chorvideo There is a castle on a cloud aus Les Miserables  weckt in mir die Sehnsucht danach, die Stimmen wieder leibhaftig zu hören und mit allen Chorklänge zu modellieren. Allen experimentierfreudigen Chorsängerinnen und Chorsängern und dem Produzenten, Tommaso Gronchi  aus dem 2. Semester, danke ich für diesen wundervollen Appetizer für unser nächstes Konzert. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

In Vorfreude

Veronika Pünder

Chorleiterin des Sophie-Barat-Chores

Adventsauftritte des Sophie-Barat-Chors im Dezember 2019

Zum Konzert im Michel:

Wie jedes Jahr in der Adventszeit sang der Sophie-Barat-Chor auch in diesem Dezember wieder die Messe am 3. Advent in der Hauptkirche St. Michaelis. Das vielseitige Repertoire enthielt sowohl traditionelle (Tochter Zion) als auch modernere Stücke (Healing Light von Karl Jenkins), wovon einige zusammen mit dem Niels-Stensen-Chor gesungen wurden. Neben der vorweihnachtlich-stimmungsvollen Atmosphäre der Messe zeichnete diesen Chorauftritt auch die einzigartige Akustik des Michels aus und „bescherte“ den Gottesdienstbesuchern als auch den Sängerinnen und Sängern ein berührendes Klangerlebnis!

Zum Konzert in St. Petri:

Nach dem diesjährigen Hauptauftritt des Sophie-Barat-Chors im Großen Michel durften wir außerdem eine Andacht zum Thema „Sehnsucht nach dem anderen Advent“ in der Hauptkirche St. Petri musikalisch mitgestalten. Unser ausgewähltes Repertoire, insbesondere Hammerschmidts adventlicher Acapella-Chorsatz Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, passte zu der von Hauptpastorin Frau Warning und dem als „Multitalent“ angekündigten Künstler Julian Sengelmann locker gestalteten Andacht. So bot sich inmitten des Weihnachtstrubels eine angenehme Abwechslung und der Auftritt lud dazu ein, zur Ruhe zu kommen und die Vorfreude auf die Festtage zu genießen. Die Kirche war voll besetzt! Im Anschluss ließen wir das ereignisreiche Chorjahr bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gesellig ausklingen.

Karla Clasen, S1

Voll das Leben – voll von Chormusik

Vor den Ferien gab der Chor nach einem ereignisreichen Jahr noch mal sein Finale in Form von zwei außergewöhnlichen Auftritten. Hierbei griff der Chor auf sein teilweise wohlbekanntes, für einige Chormitglieder aber auch Zuhörer neues Repertoire zurück. „Look at the world“ von John Rutter, „Healing Light“ von Karl Jenkins und Alan Wilsons „Magnificat“ hallten im Zuge des Schuljahresendspurts über den Hamburger Fischmarkt und durch den sogenannten Kleinen Michel, im letzteren sang der Chor zudem das zu Weihnachten erlernte, intonierte französische „Vater unser“ – „Notre Père“ von Maurice Duruflé. Was all diese Stücke miteinander vereint? Der klare geistige Bezug im Text wird kombiniert mit einer großartigen Harmonik und Melodie die stellenweise geradezu weltlich wirkt. Ideale Stücke also für den Sophie-Barat Chor und die Anlässe, zu denen er zum Ende des Schuljahres gesungen hatte. Doch der Reihe nach, begonnen hatte diese ereignisreiche Woche am Sonntag, dem 16. Juni, im Dreifaltigkeitsgottesdienst und gleichzeitig 100-jährigen Stiftungsfest der katholischen CV Studentenverbindung „Wiking“, welche sich 1919 zur Errichtung der Hamburger Universität gründete. Gefeiert wurde der Gottesdienst im Kleinen Michel der Gemeinde St. Ansgar, welchen der Chor durch zahlreiche Schulgottesdienste, spätestens aber durch das überaus erfolgreiche „Requiem“-Konzert von Karl Jenkins im März bestens kennt. Der bekannte Ablauf einer Messe wurde mit den, für viele ungewohnten und unbekannten Traditionen einer katholischen Studentenverbindung vermischt. Und so standen neben Pfarrer und Messdiener auch zahlreiche schargierte Studenten der Wiking sowie befreundeter Verbindungen im Altarraum, welche in ihren bunten Uniformen „Wix“ genannt ein würdevolles, wenn auch ungewohntes Bild abgaben. Würdevoll unterstrich im Folgenden auch der Gesang des Chors die Atmosphäre durch das rollend schwermütige „Amen“ des „Healing Light“. Die feierlich optimistisch gehaltene Gestaltung des Gottesdienstes konnte der Chor zudem durch das „Look at the world“ zusätzlich verstärken. Die zauberhafte Melodie trägt den Text, welcher zum Nachdenken anregt. Bei allem Pessimismus unserer Zeit solle man die Augen nicht vor allem Schönen verschließen, für das man dankbar sein kann und sein sollte. Bereits die ersten beiden Stücke stießen bei der vollen Kirche spürbar positiv auf. Zur Eucharistiefeier legte der Chor noch einmal nach und hauchte feinfühlig das „Notre Père“ in die Kirche hinein und machte sich die grandiose Akustik in der klassisch modernen Kirche zu Nutze, um mit diesem zarten Stück den Gang der Gemeinde zum Pfarrer zu tragen, um den Leib Christi zu empfangen. Hierauf folgte das textlich sowie musikalisch eher konservativ gehaltene „Magnificat“, dessen Text aus Lukas 1, 46-55 stammt. Die vielen überlagerten Stimmen und teils nicht unkomplizierten Einsätze bereiteten dem Chor in der Vergangenheit zwar manchmal Kopfzerbrechen, mit dem konzentrierten Auftritt am Sonntag war jedoch jeder Sänger sowie Zuhörer spürbar überzeugt. Es war ein mitreißender Gottesdienst und zudem eine wohltuende Bestätigung, im Nachhinein von einigen alten Herren mit bunten Bändchen auf die gelungene musikalische Untermalung ihres Gottesdienstes angesprochen zu werden.  Der Chor konnte somit erfolgreich in die finale Woche des Schuljahres starten, doch dies sollte nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf das, was noch kam.

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Das gewonnene Gefühl des Stolzes über das eigene Werk ließ sich am Donnerstag weiterverfolgen, als der Sophie-Barat-Chor zusammen mit dem Chor des Wiener Sacre-Coeur Gymnasiums, unter der Leitung von Frau Professor Prinz-Lien, Teil des schulübergreifenden Open-Air- Fronleichnamsgottesdienstes des Erzbistums, zelebriert von Erzbischof Stefan Heße, am Fischmarkt sein durfte. Der Wiener Chor reiste mitunter für dieses Event im Zuge eines Austausches nach Hamburg an und unterstützte den Sophie-Barat-Chor mit einer großartigen Leistung. Nachdem ein paar Schüler am Mittwoch bereits einen „Soundcheck“ am Fischmarkt absolviert, das Gelände inspiziert und die Tonqualität kontrolliert hatten, folgte am Abend die gemeinsame Probe in der Sophie-Barat Schule mit den Wiener Sängerinnen und Sängern. Auch wenn diese mit ihren 12 bis 13 Jahren zwar jünger waren, als so manches Chormitglied erwartet hatte, so war es umso erstaunlicher wie sicher und wundervoll klingend anspruchsvolle Stücke von ihnen mit einer Leichtigkeit und der spürbaren Freude am Singen vorgetragen wurden. Auf Anhieb waren beide Chöre der Inbegriff von Harmonie. Trotz dunkler Wolken und einer schlechten Wettervorhersage erschienen alle am nächsten Morgen pünktlich um acht Uhr um sich bei einer wunderschönen Kulisse zusammengesetzt aus der Elbe, der Blom&Voss Werft, der Elbphilharmonie sowie den Landungsbrücken im Hintergrund einzusingen. „Voll das Leben” lautete das Motto des Gottesdienstes, welches die Chöre mit drei mitreißenden Stücken wunderbar umsetzten. Es hallten unter der Leitung von Veronika Pünder die Töne seidenweich am Höhepunkt des Gottesdienstes, der Kommunion, durch die Menschenmasse. 6000 Schülerinnen und Schüler spitzten gebannt die Ohren, als die ersten Töne von “Look at the world” erklangen. Die strahlendschöne Melodie entführte einmal mehr jeden in eine wunderschöne bejahende Welt. Nach diesem prägnanten Einstieg wurde die Stimmung mit “Healing light” perfekt weiter untermalt. Instrumental begleitet wurden wir von zwei Flötistinnen und einem Saxophonspieler vom Niels-Stensen-Gymnasium. Wir feierten die Eucharistie und während der Erzbischof und weitere Zelebranten die Hostien verteilten, vollendete der Sophie-Barat-Chor mit dem Wiener Chor die Trilogie an Gänsehaut erzeugenden Stücken mit dem “Magnificat”. Ein ganz besonderer Moment für alle Mitglieder, als Bass, Tenor, Alt und Sopran jeder in seiner eigenen Stimmlage perfekt ineinander übergriffen und eine atemberaubende Stimmung erzeugten, fast noch besser als am Sonntag zuvor. “Meine Seele preist die Größe des Herrn” schallte es durch die verstärkenden Mikrofone und der Gottesdienst hatte emotional seinen Höhepunkt erreicht. Wir priesen aus vollem Herzen den Herrn mit unserem Gesang und fanden somit einen mehr als gelungen Abschluss des Schuljahres 2018/2019.

 

M. Müller und F.Schneider (S. II)

Jenkins-Chorkonzert

Alle guten Dinge sind drei: Jenkins’ Konzept, kulturell und spirituell noch Rätselhaftes mit Vertrautem in Verbindung zu bringen, hat uns schon mehrfach in den Bann gezogen. In der Vergangenheit haben wir bereits zwei Oratorien von Jenkins nicht nur musiziert, sondern auch inszeniert, um die Botschaften sinnlich erfahrbar zu machen und das Publikum  emotional, intellektuell und spirituell zu bewegen. Einen Einblick gewinnen Sie in den folgenden Konzerttrailern The armed man – A Mass for peace  (Klang & Vision, 2013, https://vimeo.com/107628347) und  Stabat mater  (Licht&Klang&Tanz, 2015, https://vimeo.com/123558200).

 

Nun freuten wir uns, das Requiem von Jenkins zu musizieren und Ihnen multiästhetisch zu präsentieren. ‚Requiem’ ist das erste Wort des Textes, der seit Jahrhunderten in der christlichen Begräbnisfeier zum Einsatz kommt. Das im Jahre 2005 uraufgeführte Requiem von Jenkins überschreitet jedoch die Grenzen der Tradition und schafft kulturelle und spirituelle Begegnungen zwischen  der westlichen Welt und dem Fernen Osten.  Denn in seinem Requiem hat Jenkins in den 800 Jahre alten lateinischen Text des christlichen Requiems fünf japanische Haikus eingefügt. Dabei handelt es sich um kurze Gedichte von Zen-Meistern und Dichtern, die angesichts des eigenen Todes die Vergänglichkeit und das Sterben thematisieren und in einer Augenblickerfahrung einfangen.

 

Musikalisch spannt Karl Jenkins einen Bogen vom höllischen Schrecken des Jüngsten Gerichts (Dies irae) bis zur himmlischen Erlösung (In Paradisum), von Hiphop-Rhythmen bis zu engelsgleichem Chorgesang.  Die ausgewählten Haikus kombiniert  Jenkins in seiner Vertonung meditativen Melodien der Shakuhachi, einer traditionellen japanischen Bambusflöte, die  im Zen-Buddhismus ihren Ursprung hat.  Als Shakuhachi-Meister konnten wir Dr. Jim Franklin gewinnen (www.bambusherz.de).

 

Inspiriert von Jenkins’ Collagetechnik integrierten wir in unsere Inszenierung zusätzlich eigene Elemente:  eine chinesische Zither – die Guzheng,  den Originalklang der japanischen Sprache, zudem  Sound Design und  schließlich  Kalligraphie, die Kunst japanische Schriftzeichen, sogenannte Kanjis,  zu malen.

 

 

V. Pünder

Leiterin des Sophie-Barat-Chores Hamburg

www.sophie-barat-chor.de

puender@sbshh.de

 

 

Eindrücke aus dem Vorkonzert im Februar 2019:

 

In der gotischen Backsteinkirche, Pfarrkirche St. Marien, im Herzen von Plau am See in Mecklenburg, erklingt die ewige Ruhe, als der Sophie-Barat-Chor am 24. Februar 2019  zum ersten Mal das gesamte Requiem von Karl Jenkins aufführt. Seit Ende August 2018 probt der Chor unter der Leitung von Veronika Pünder das Werk und aus den ersten vorsichtigen Begegnungen mit dem Requiem hat sich ein multidimensionales Kunstwerk entwickelt. Im Laufe von mehreren Proben, Sonderproben und einem lebhaftem Chorwochenende machte sich der Chor nicht nur mit den Noten vertraut, sondern auch mit der Bedeutung des Textes und dessen Herkunft. Zusätzlich hat der Chor das Werk mit Elementen, die Jenkins nicht vorgesehen hat, bereichert. Zum Beispiel um Vor- und Nachspiele zu den Haiku-Stücken, von Ze-Long Huang auf einer chinesischen Zither, auch Guzheng genannt, gespielt. Auch eine bildliche Darstellung einzelner Wörter durch Kalligraphie wurde präsentiert.

 

Nach so viel Vorbereitung war die Freude auf Plau am See groß und auch die drei Stunden im Bus gingen wie im Flug vorbei. Nach der Ankunft wurde erstmalig mit dem aus Berlin angereisten Shakuhachispieler Dr. Jim Franklin geprobt, wobei alle vor Staunen den einen oder anderen Einsatz fast verpasst hätten. Zusätzlich zu Dr. Franklin und Ze-Long begleiteten uns noch Sonja  Wang und Christian Hallensleben auf dem Klavier sowie Lukas Pöllitsch mit der Querflöte.

 

Nach der Probe war erst einmal  Zeit, das wunderschöne Wetter zu genießen und sich an der Vielfalt an selbstgebackenen Kuchen und Keksen zu stärken, die von Chormitgliedern gespendet worden waren. Zusätzlich gab es Tee und Kaffee von der freundlichen Kirchengemeinde von Plau am See. Viele nutzten die Zeit auch, um das idyllische Dorf mit seinen kleinen, gepflasterten Straßen und das entzückende Flussufer zu erkunden.

 

Anschließend versammelten sich alle für das Einsingen in der Sakristei der Kirche. Die Spannung stieg an. Ein letztes Mal Glückwünschen und dann ging es in den Chorraum auf die „Bühne“. Nach einer kurzen Begrüßung von Pfarrer Poppe stellte Frau Pünder kurz das Stück vor und es wurden stimmungsvolle Lichter angezündet. Dann ging es schon los und die ersten Töne erklangen in der Kirche.

 

Nach dem Konzert wurden das gute Gelingen und ein 18. Geburtstag mit einem Umtrunk gefeiert und nach mehreren Stunden des Singens stiegen alle mit guter Laune wieder in den Bus. Es wurde weiter gesungen, diesmal nicht Jenkins, sondern Happy Birthday.

 

Für alle, die nicht bei diesem Konzert dabei sein konnten, waren Christopher Hein und Jesse Roth vor Ort und machten Video- und Bildaufnahmen, um die atemberaubende Atmosphäre festzuhalten. Diese werden später zusehen sein. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, den Sophie-Barat-Chor live im Kleinen Michel am 29.3.19 um 20 Uhr zu sehen.  Dort wird die multidimensionale Gestaltung  noch durch Licht- und Sounddesign ergänzt.  Mit Spannung erwarten wir auch das Zusammenspiel mit dem Projektorchester – Streichern, Harfe, Horn und vier Perkussionisten!

 

L. Wegerbauer-Loock, S. II

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